Tiefengeothermie

Seismische Messungen zur Erkundung von Tiefengeothermie auch in Schöngeising

Im Gemeindebereich Schöngeising werden in den kommenden Wochen seismische Messungen im Rahmen der Erkundung von Tiefengeothermie durchgeführt. Betroffen ist dabei vor allem der Bereich nördlich der Bundesstraße 471.

Ziel der Messungen ist es, den tieferen Untergrund genauer zu untersuchen. Dabei soll festgestellt werden, ob und wo geeignete geologische Strukturen vorhanden sind, die künftig für die Nutzung von Erdwärme von Bedeutung sein könnten. Die Untersuchungen sind Teil der Seismikkampagne M-Plus, mit der im Großraum München mögliche Potenziale für eine nachhaltige Nutzung der Tiefengeothermie erkundet werden.

Der Ablauf erfolgt in mehreren Schritten: Mitte August werden zunächst an verschiedenen Messpunkten sogenannte Geophone ausgelegt. Diese kleinen Messgeräte dienen dazu, Schallwellen aufzuzeichnen. Anfang September wird dann ein spezielles Messfahrzeug, ein sogenannter Vibro-Truck, die eigentlichen Messungen durchführen. Das Fahrzeug fährt festgelegte Punkte an und senkt dort eine Vibrationsplatte auf den Boden ab. Für etwa 60 Sekunden werden kontrollierte Schwingungen in den Untergrund gesendet. Die zurückkehrenden Signale werden von den Geophonen registriert und später ausgewertet.

Das Verfahren kommt ohne Bohrungen und ohne Bodeneingriffe aus. Jeder Messpunkt wird nur einmal angefahren. Für Anwohnerinnen und Anwohner können die Messungen kurz wahrnehmbar sein; außerdem kann es während der Messfahrten punktuell zu kurzfristigen Verkehrsbeeinträchtigungen kommen.

Nach Abschluss der Messungen werden die Geophone wieder eingesammelt. Die gewonnenen Daten werden anschließend fachlich ausgewertet und dienen dazu, ein genaueres Bild des Untergrundes zu erhalten.

Ich bitte alle um Verständnis, wenn es möglichen kurzen Beeinträchtigungen kommt und darum, die ausgelegten Messgeräte nicht zu verändern oder zu entfernen. Jeder Messpunkt trägt dazu bei, die heimischen Potenziale für eine klimafreundliche Wärmeversorgung besser einschätzen zu können.

 

Thomas Totzauer

Erster Bürgermeister